Häufige Fragen zur Coronavirus Pandemie


Was sollten Patienten tun, die befürchten, an COVID-19 erkrankt zu sein?

Wenn Sie den begründeten Verdacht haben, am neuartigen Coronavirus erkrankt zu sein, wenden Sie sich bitte telefonisch an den Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigung bundesweit unter der Rufnummer 116 117 oder an Ihre Hausarztpraxis. Um die telefonischen Kapazitäten für Patientinnen und Patienten im Zuge der Coronavirus-Pandemie zu erweitern, hat die Landesregierung eine neue „Hotline Fieberambulanz“ eingerichtet. Unter der Rufnummer 0800 99 00 400 ist die Hotline im 24-Stunden-Betrieb zu erreichen.

Hier geht es zum Patienten-Wegweiser Coronavirus der KV Rheinland-Pfalz

Zum Schutz der anderen Patienten und des medizinischen Personals bitten wir Sie, nicht unangemeldet Ihren Hausarzt oder die Notaufnahme eines Krankenhauses aufzusuchen, wenn Sie Symptome wie Fieber oder Atemwegsprobleme haben. Rufen Sie bitte immer vorher an, damit man das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen und ggf. Vorkehrungen treffen kann.

Wie kann ich mich schützen?

Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen:

  • halten Sie 1,5 m (besser 2 m) Abstand zu anderen Menschen, die nicht in Ihrem Haushalt leben
  • bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause
  • häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife (mindestens 20 Sekunden) oder Händereinigung mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel.
  • vermeiden Sie Berührungen (z. B. Händeschütteln oder Umarmungen)
  • halten Sie die Hände vom Gesicht fern – vermeiden Sie es, mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren.
  • das Tragen von handelsüblichem Mundschutz oder selbstgenähten Masken schützt Sie selbst zwar nicht ausreichend, kann aber andere vor einer Tröpfcheninfektion schützen.
  • im Handel mittlerweile erhältliche FFP2 oder FFP3 Masken bieten auch einen gewissen Eigenschutz.
  • zum Schutz anderer: Niesen oder husten Sie in die Armbeuge oder in ein Taschentuch – und entsorgen Sie das Taschentuch anschließend in einem Mülleimer mit Deckel.


Mehr zu diesen Thema finden Sie unter https://www.infektionsschutz.de/


Gibt es Empfehlungen der Fachgesellschaften? Soll ich meine Rheumamedikamente vorsorglich absetzen oder die Dosis reduzieren?

Bisher gibt es für für die Betreuung und Behandlung von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen in Verbindung mit der SARS-CoV-2/Covid-19-Pandemie noch keine wissenschaftlichen Daten.

Die nachfolgenden Empfehlungen fußen dementsprechend auf einem von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie erstellten Expertenkonsensus:

  • Patienten mit rheumatischen Erkrankungen haben unter bestimmten Bedingungen ein erhöhtes Infektionsrisiko. Ob dies auch für SARS-CoV-2-Infektionen gilt, ist nicht bekannt. Ob eine COVID-19-Erkrankung bei Patienten mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung schwerer verläuft als bei nicht rheumatisch erkrankten Personen ist ebenso wenig bekannt wie die Antwort auf die Frage, ob die medikamentöse Immunsuppression ein zusätzliches Risiko für einen schweren Verlauf darstellt. Patienten mit rheumatischen Erkrankungen sollten daher Empfehlungen zur Kontaktvermeidung konsequent befolgen.
  • Notwendige Kontrollen zur Therapie- und Krankheitsüberwachung sollten erfolgen
  • Ein generelles Pausieren oder eine generelle Reduktion der Immunsuppression wird nicht empfohlen, da die Pandemie länger andauern wird und immunsupprimierte Patienten im Falle einer Therapiereduktion oder eines Aussetzens der Immunsuppression einem erhöhten Risiko von Rezidiven ausgesetzt wären. Ein solcher Schub der rheumatischen Grunderkrankung erhöht zum einen das Infektionsrisiko. Zum anderen zieht diese Destabilisierung die Notwendigkeit nach sich, die immunsuppressive Therapie wieder (und möglicherweise über das ursprüngliche Maß hinaus) zu intensivieren.Ein Dosisreduktion oder ein Absetzen von Basismedikamenten oder Biologika darf vor allem nicht dazu führen, dass stattdessen häufiger oder höher dosiert Kortison eingenommen wird, da das Risiko einer Infektion dadurch sogar zunehmen würde.
  • Hydroxychloroquin (HCQ) sollte nicht abgesetzt oder reduziert werden.
  • Zum Remissionserhalt (Remission bedeutet, die Rheumaerkrankung ist nicht mehr aktiv) eingesetzte Immunsuppressive und / oder DMARD-Therapien (Basismedikamente) sollten nicht allein aus Furcht vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 beendet oder in ihrer Dosis reduziert werden.
  • Eine Reduktion der "Kortisondosis" (z.B. Prednisolon oder Lodotra) können im Einzelfall bei anhaltend stabiler Einstellung aber erwogen werden.
  • Andererseits dürfen Sie, wenn sie dauerhaft (länger als etwa 2 Wochen), Prednisolon oder andere Glukokortikoide eingenommen haben, diese nicht plötzlich absetzen, da es sonst zu einem unter Umständen schweren Kortison-Mangel-Syndrom kommen kann. Man darf diese Medikamente daher nur langsam und schrittweise in der Dosis reduzieren ("ausschleichen").


Soll ich meine Rheumamedikamente absetzen, wenn ich Fieber oder Erkältungssymptome habe?

Ja. Wenn Sie bei sich selbst Zeichen einer Infektion bemerken oder Menschen in Ihrem unmittelbaren familiären Umfeld erkranken, sollten Sie mit der Einnahme oder Injektion Ihrer Basismedikamente (Methotrexat, Leflunomid etc.) oder Biologika vorsorglich abwarten und mit Ihrer Hausarztpraxis oder unserer Praxis telefonisch Kontakt aufnehmen.

ACHTUNG: Wenn Sie dauerhaft (länger als etwa 2 Wochen), Prednisolon oder andere Glukokortikoide eingenommen haben, dürfen Sie diese bei einer Infektion nicht plötzlich absetzen, da es sonst zu einem unter Umständen schweren Kortison-Mangel-Syndrom kommen kann.


Habe ich mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung ein erhöhtes Risiko, am Coronoavirus zu erkranken oder einen schwereren Krankheitsverlauf zu erleiden?

Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen haben durch die Erkrankung selbst, aber auch durch die Therapie eine etwas erhöhte Infektneigung. Wie stark diese Infektneigung erhöht ist, hängt aber von verschiedenen Faktoren ab, z.B. der Art der Erkrankung, eventuellen Begleiterkrankungen, aktueller Therapie, Alter und anderen Faktoren. Sie sehen, dass hier immer eine individuelle Bewertung sinnvoll ist. Derzeit gibt es keine spezifischen Daten zu SARS-CoV-2 bei Patienten mit rheumatologischen Erkrankungen oder Immunsuppression. Das Immunsystem ist aber natürlich nicht „abgestellt“, sondern macht einen Großteil seiner sinnvollen Aufgaben.

Werde ich krankgeschrieben, wenn ich zur Gruppe der Abwehrgeschwächten gehöre?

Eine Krankschreibung "nur" wegen einer erhöhten Infektgefährdung ist in der Regel nicht möglich und meist auch nicht sinnvoll. Sie sollten aber noch konsequenter auf die Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen (siehe oben) achten. Sprechen Sie auch mit Ihrem Arbeitgeber: Vielleicht ist ja auch ein Arbeiten von zu Hause (Home Office) möglich oder Sie können innerhalb des Betriebes an anderer Stelle eingesetzt werden. Auf Wunsch können wir Ihnen attestieren, dass Sie zur Risikogruppe der besonders Gefährdeten gehören.


Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Praxis.

Die Rheumapraxis Mainz in der MED deckt den gesamten Bereich der internistischen Rheumatologie ab. Dazu gehören unter anderem Diagnostik und Therapie bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen des Bewegungsapparates und der inneren Organe sowie von Knochenkrankheiten.

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